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Das Elend mit der Armut

Autor: ElHiggi 21.12.2016

Es gibt ein Zitat: "Statistik ist die Hure des Wissenschaftlers". Dieser Gedanke kommt auf wenn man liest das "Durchschnittseinkommen steigt" und das es Deutschland "so gut geht wie noch nie". Für manche Bevölkerungsteile mag das stimmen und die verstehen dann auch sicher nicht, warum andere Bevölkerungsteile schimpfen oder verzweifeln.


Das Durchschnittseinkommen zeigt eben nur den Durchschnitt, drösele ich das auf nach Einkommensgruppen, stellt man eben fest das es einigen besser geht und vielen schlechter. Es ist eben wie vieles eine Frage der Betrachtungsweise. Und diejenigen die in Entscheidungspositionen sind, sind davon gesellschaftlich, materiell und emotional so weit entfernt, das ihnen das Verständnis für jemanden, der nach einem halben Monat nicht mehr weiß wie er sein Essen bezahlen soll, völlig fehlt.


Fast jeder 10. Bürger in Deutschland ist von Armut bedroht, die regionale Armutsquote von Halle liegt aktuell bei 22,9 %.


Das heißt aber auch nicht, das alle diese Menschen arbeitslos sind. Der Durchschnittslohn lag 2013 bei ca. 31.000 ?/ Jahr. Klingt super ? aber das zeigt nicht wie viele sehr viel mehr und wie viele sehr viel weniger verdienen. Gutes Gehalt, wenn man es hat.


Und die Armutsgefährdeten von heute sind die Armen Rentner von morgen. Arbeiten bis 67 oder 70 Jahre? Wenn nicht ? dann Rentenkürzung. Private Rentenversicherung ? von welchem Geld, wenn es für das Nötigste nicht reicht? Die Armutsfälle die jetzt vielleicht noch für Aufsehen sorgen und in den Medien auftauchen, werden vielleicht in 20 Jahren zum Alltag gehören.
Na, dann - ein frohes Fest!

Quellen und links:

https://deutsch.rt.com/inland/44242-armut-arbeitsarmut--ueberschuldet-schulden-hartziv/
" Immer mehr Haushalte überschuldet: Arbeitsarmut auf dem Vormarsch
Aus dem Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung geht hervor, dass die Zahl der überschuldeten Menschen und Haushalte auf mehr als zwei Millionen gestiegen ist. Ein Grund für die Entwicklung ist ein häufig zu geringes Einkommen der Arbeitnehmer.
Doch nicht nur die Zahl verschuldeter Haushalte nimmt stetig zu. Auch die Zahl der Wohnungslosen ist seit dem Jahr 2006 um 80.000 Betroffene angestiegen. Damit sind aktuell bundesweit 335.000 Menschen ohne festen Wohnsitz.
Dem Bericht zufolge stiegen seit dem Jahr 2012 jedoch andererseits ebenfalls die verfügbaren Einkommen der Deutschen durchschnittlich um 1,9 Prozent, was wiederum der guten Wirtschaftslage geschuldet sei. [...] Der Armuts- und Reichtumsbericht registriert darüber hinaus auch eine steigende Zahl von Einkommensmillionären. Demnach erzielen aktuell 16.495 Bundesbürger ein Jahreseinkommen von mehr als einer Million Euro. Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2009 noch 12.424 Personen.
Dass ein Arbeitsplatz längst nicht mehr jeden vor dem sozialen und wirtschaftlichen Abstieg bewahrt und oftmals in die Armut führt, spüren immer mehr Menschen am eigenen Leib. Dies bestätigt jedoch auch das Statistikamt Eurostat. Demzufolge war im vergangenen Jahr fast jeder zehnte Bundesbürger von Armut bedroht. Die entsprechende Quote stieg zwischen 2005 und 2015 von 5,5 Prozent auf 9,7 Prozent."


http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/armut-in-deutschland-regierung-strich-heikle-passagen-aus-armutsbericht-1.3295247
"Regierung strich heikle Passagen aus Armutsbericht"

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