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Die AFD, die Etablierten und die Bundestagswahl

Autor: Fattima 28.12.2016

Ich gestehe, ich wohne auf dem Dorf. Beim armen Bruder der Sachsen. In der Nähe des 2. Siegers bei der Wahl der Landeshauptstadt vor 25 Jahren. Unsere Gemeinde hat knapp 1000 Einwohner verteilt auf 3 Dörfer. Bei der letzten Kommunalwahl hatten wir 30% AFD. Wie konnte es dazu nur kommen! (entsetzt schauend) Naja, eigentlich musste die AFD dazu nix tun. Die mussten nur da sein. Genauso wie die Frauke in Talkshows eigentlich nur da sein muss und nett lächeln, den Mist verzapfen können die anderen anwesenden meist ganz alleine. Außer die Sarah ist dabei, dann wird's spannend. Aber ich schweife ab. Auch bei uns haben es die etablierten Politiker ganz alleine verkackt. Nicht mal die in der Gemeinde, die waren bloß unfähig. Vergeigt haben es die im Kreis und im Land. Und zwar wegen der Flüchtlinge.

So, jetzt sind nur noch die Leser dabei die es interessiert, und jene die auch einem Artikel der eventuell nicht ihrer Meinung entspricht eine Chance geben.

Die Flüchtlinge konnten nämlich erst mal nichts dafür. Das Problem war der Umgang mit dem Thema.

Da haben nämlich Land und Kreis beschlossen bei uns im Dorf jeweils eine Unterkunft zu errichten. JEDER eine. In NEBENEINANDER gelegenen Gebäuden. OHNE VONEINANDER ZU WISSEN (sagen sie). Erfahren haben wir es aus der Zeitung. Geplant waren offenbar 1500 Plätze. Man erinnere sich an die 1000 Einwohner...

Keiner wusste etwas, aber Bauarbeiter haben angefangen das eine der Gebäude zu beräumen und herzurichten. Also haben wir angefangen ein paar Briefe zu schreiben. An die Feuerwehr, die Kommune, an den Kreis, an das Land. (Link )

Und was da zurück kam war ein Musterbeispiel für Demokratie. Keiner weiß etwas, es ist nichts geplant, es gibt keine Verträge, und überhaupt: "Es gibt nichts zu sehen, bitte gehe Sie weiter...".

Während Bauarbeiter zeitgleich das Gebäude herrichten und Sanitärcontainer aufbauen. Und in der Lokalzeitung steht dass der Betreiber des anderen Gebäudes (ein Hotel) in Verhandlungen mit dem Land steht.

Mir fällt da so ein kleines Männchen mit näselnder Stimme ein was sagt: "...niemand hat die Absicht eine Mauer..."

So unangenehme Fragen nach einem Sicherheitskonzept, dem Brandschutz (wenn ich ein Gebäude mit doppelt so vielen Personen belegen will) oder wie die Betreuung der Flüchtlinge erfolgen soll (weil ja ggf. der Bürgerverein helfen könnte) braucht man ja gar nicht erst zu beantworten weil ja nichts GEPLANT ist. Währenddessen keine kritischen Stimmen aus der Politik, egal auf welcher Stufe und egal aus welcher Partei (außer einer).

Echt jetzt? Kommt da keiner auf die Idee dass sich da der Wähler verarscht vorkommt? Und dass der bei der nächsten Wahl die wählt die was dagegen gesagt haben? Egal was in deren Programm steht? Keiner? Und das die Leute sagen "ihr Arschlöcher! Jetzt richte ich maximalen Schaden an!" Kann sich keiner vorstellen? Niemand? Ich schon, soviel Empathie besitze ich.

Wenn nach einem Terroranschlag (über die Hintergründe lasse ich mich nicht aus) mit einem vermeintlichen Täter aus dem Flüchtlingsumfeld (vermeintlich, weil befragen können wir ihn ja nicht mehr) die AFD eine Demo gegen die Zuwanderungspolitik macht, dann ist das zu erwarten. Wenn aber die Reaktion der regierenden Politik ist eine Demo zu unterstützen die sich gegen die Instrumentalisierung des Terroranschlages gegen die "Rechten" richtet, dann kommt beim Wähler an: Terroranschlag -> Demo gegen rechts. Und dann höre ich wieder im Hintergrund so ein "klingelingeling" das waren wieder 100.000 Stimmen für die AFD. Fällt niemand von den Etablierten  auf dass eine "Demo gegen Instrumentalisierung durch Rechts" schon selber eine Instrumentalisierung ist? Soll nachher nur wieder keiner sagen: "wie konnte es dazu kommen?"

WEIL IHR DAS VOLK VERARSCHT!

 

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